Krieg im Süden der Philippinen – 26 tote Soldaten allein in vergangener Woche
Rainer WerningDie jüngsten Entwicklungen haben dazu geführt, daß erstmals öffentlich die Forderung nach einem Rücktritt des Präsidenten erhoben wurde. Innerhalb des Militärs brodelt es: Während Mannschaften und untere Offiziere den Tod ihrer Kameraden schnellstmöglich gerächt sehen wollen und einen »offenen Krieg gegen die MILF« befürworten, plädieren die oberen Militärränge und der Präsident – noch – für »Ruhe und Besonnenheit« und setzen weiterhin auf Verhandlungen mit der MILF.
Ebenfalls am Wochenende mußte der Sprecher der philippinischen Armee, Oberst Antonio Parlade, Jr., seinen Hut nehmen. Öffentlich hatte er vorgeschlagen, Waffenstillstandsvereinbarungen mit der MILF aufzukündigen, um so direkt Großoffensiven gegen deren Truppen zu eröffnen. Auch nach seiner Demissionierung bekräftigte Parlade seinen Standpunkt: »Ja, ich habe meinen Job gemacht. Und ich sagte, was ich für richtig halte.« Die unterschiedliche Bewertung der aktuellen Lage kennzeichnet auch die Stimmung im Kongreß und Senat.
In den Konfliktregionen selbst stehen die Zeichen auf Sturm. Dort befürwortet die Zivilgesellschaft zwar weiterhin uneingeschränkt den Dialog und setzt auf Deeskalierung der Auseinandersetzungen. Aber es mehren sich die Stimmen von nach Mindanao migrierten Siedlern und politischen Hardlinern, die am liebsten umgehend sämtliche Verhandlungen mit der MILF gekappt sähen und statt dessen lieber die Kriegstrommel schlagen würden. Schwere Zeiten für den Präsidenten
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