{"id":5867,"date":"2019-09-12T08:00:47","date_gmt":"2019-09-12T06:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/dp-freunde.de\/comm\/?p=5867"},"modified":"2019-09-12T08:00:47","modified_gmt":"2019-09-12T06:00:47","slug":"bericht-von-bischof-antonio-ablon-west-mindanao-philippinen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dp-freunde.de\/comm\/2019\/09\/bericht-von-bischof-antonio-ablon-west-mindanao-philippinen\/","title":{"rendered":"Bericht von Bischof Antonio Ablon, West-Mindanao, Philippinen"},"content":{"rendered":"<p>Der 8. August 2019 war f\u00fcr meine Ankunft in den Philippinen nach dem Auslandsaufenthalt vorgesehen. Gegen 17 Uhr 20 st\u00fcrmten drei Polizisten, angef\u00fchrt von einem gewissen Alvin Saguban, der sich als Leiter der Pagadian City Polizei ausgab, in die R\u00e4umlichkeiten der Kathedrale von Pagadian. Sie \u00f6ffneten die Eingangst\u00fcr und traten ein, als ob ihnen das Geb\u00e4ude geh\u00f6ren w\u00fcrde. Saguban fragte, wer der Vorsitzende der Kirche sei und wo dieser zu finden sei. Einer der drei machte Photos von den beiden anwesenden Pfarrern, von den R\u00e4umen auf dem Grundst\u00fcck, der Kirche und der Frontalansicht vom B\u00fcro. Sie machten auch ein Photo von meinem Gesicht, das auf einem Plakat, das eine Veranstaltung ank\u00fcndigte, zu sehen war. Sie zeigten darauf und fragten, ob das der Bischof sei. Als der Diakon fragte, was der Zweck ihres Kommens sei, sagte Saguban: \u201eSie haben einen Haftbefehl\u201c. Sp\u00e4ter sagte er, dass das nur ein Witz gewesen sei. Er fragte den Diakon auch, ob der andere Diakon Angst h\u00e4tte, wenn er einem Polizeioffizier begegnet und was er empfinden w\u00fcrde, wenn er an der Seite von jemandem w\u00e4re, der der Neuen Volksarmee angeh\u00f6rt. Die Photos, die wir hier zeigen, sind nach Aussage der beiden Diakone Photos, auf denen sie den Polizeioffizier Saguban identifizieren konnten. Die Sicherheitskamera hat Photos vom Polizeiauto aufgenommen. Sp\u00e4ter erfuhren wir, dass Alvin Saguban in der Tat Polizeichef der Polizei von Pagadian ist.<\/p>\n<p>Warum passiert so etwas?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir, die Unabh\u00e4ngige Kirche der Philippinen (IFI), sind eine arme Kirche. Wie unsere Bisch\u00f6fe sagen: \u201eWir haben kein Land zu vergeben, keinen Reichtum anzubieten wir haben nur uns selbst als unser Mantra, um den Menschen dienlich zu sein \u2013 den kleinsten, den letzten und den verlorenen. Arbeiter und Landwirte, die arme und die indigene Bev\u00f6lkerung liegt uns am Herzen. Unsere Pfarrer beziehen sich auf sie. Wir versuchen, das Sprachrohr der Sprachlosen zu sein, indem wir ihre Anliegen aufgreifen. Wir waren bei Massenmobilisierungen und Demonstrationen der Unterdr\u00fcckten dieser Gesellschaft und unseres Volkes zugegen. Die Regierung und das Milit\u00e4r interpretierte unser Verhalten als politische Einmischung, weswegen wir oft Zielscheibe ihrer Propaganda sind und sogar ihrer Revolver, weil wir ihnen unbequem sind, wenn sie die Menschen unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Das Mindanao Lumad Ministerium<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2016 gr\u00fcndete die Bischofskonferenz der Unabh\u00e4ngigen Philippinischen Kirche von Mindanao das Mindanao Lumad Ministerium. Es ist:<\/p>\n<ol>\n<li>Eine konkrete Manifestation der Solidarit\u00e4t der Unabh\u00e4ngigen Philippinischen Kirche mit Lumads und indigenen Bev\u00f6lkerungsgruppen ohne die Intention, zu missionieren.<\/li>\n<li>Ein konkreter Ausdruck unserer Glaubhaftigkeit beim Verk\u00fcnden der guten Nachricht der Rettung in diesen schlechten Zeiten.<\/li>\n<li>Eine Begleitung der Lumads in ihrem \u00dcberlebenskampf.<\/li>\n<li>Eine Affirmation unseres Glaubens in die Unverletzlichkeit des Lebens und die W\u00fcrde aller Menschen und daher der Schutz und die F\u00f6rderung der Menschenw\u00fcrde in diesem gegenw\u00e4rtigen Kontext.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die MLM hat f\u00fcnf Interventionen:<\/p>\n<ol>\n<li>Eintreten f\u00fcr das Recht der Lumads auf Selbstbestimmung und ihren urspr\u00fcnglich ihnen geh\u00f6renden Grundbesitz: Wir mobilisieren Kirchenmitglieder und nutzen Plattformen, um f\u00fcr die Rechte der Lumads auf Selbstbestimmung und ihren Grundbesitz einzutreten, so dass ihre Belange weithin bekannt werden und Unterst\u00fctzung erhalten. Diese Intervention schlie\u00dft die Beteiligung von Gruppen ein wie die \u201eNationale Kommission Indigener Filipinos\u201c, auf internationaler Ebene die Vereinten Nationen, andere \u00f6kumenische und kirchennahe Organisationen, national und international, aber mit gleicher Beteiligung von Bisch\u00f6fen, Pfarrern und Kirchenmitgliedern der Unabh\u00e4ngigen Philippinischen Kirche rund um die Themen von Selbstbestimmung und Recht auf eigenen Grundbesitz der Lumads.<\/li>\n<li>Bildung: Maximierung aller M\u00f6glichkeiten, die Gl\u00e4ubigen darin zu bilden, ihr Verst\u00e4ndnis der Geschichte und des Kampfes der Lumads zu vertiefen und sie zu motivieren und empf\u00e4nglicher f\u00fcr die Notlage der Lumads zu sein. Entsprechendes Material hierf\u00fcr sollte publiziert werden. Die IFI erkennt die reiche Spiritualit\u00e4t der Lumads, ihre Verbundenheit mit ihrem Land und ihrer Umgebung und ihr urspr\u00fcngliches Wissen. IFI-Gemeinden k\u00f6nnen bereichert und inspiriert werden durch den Dialog mit und der Beteiligung der Lumads und den Austausch mit ihnen.<\/li>\n<li>Politische Einflussnahme: Schl\u00fcsselpersonen, staatlich und nichtstaatlich, auf lokaler und nationaler Ebene, sollten engagiert werden, um mehr Programme zu schaffen f\u00fcr die Rechte und Kultur der Lumads. Bisch\u00f6fe sollten dazu aufgerufen werden, wegen zentralen Themen hin und wieder Besuche bei der Regierung, den Vereinten Nationen und internationalen Vertretungen durchzuf\u00fchren an der Seite von Partnern der Lumads.<\/li>\n<li>Solidarit\u00e4t und Langzeitbegleitung: Es sollten M\u00f6glichkeiten geschaffen werden, dass Kirchengemeinden und deren Mitglieder konsequente und bedeutungsvolle Eins\u00e4tze f\u00fcr die Lumads durchf\u00fchren und gemeinsam mit den Lumads sich auf deren Weg begeben f\u00fcr mehr Selbstbestimmung und R\u00fcckforderung ihres urspr\u00fcnglichen Landes. Diese Begleitung soll zu einem Schutz der Lumad-Gebiete f\u00fchren. Au\u00dferdem geht es den Unabh\u00e4ngigen Kirchen der Philippinen um Unterst\u00fctzung der Mobilisation der Lumads, um Kampagnen und relevante Aktionen.<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung: Die M\u00f6glichkeiten der Lumads, ihre individuellen und gemeinschaftlichen Rechte zu verteidigen, sollten gef\u00f6rdert werden. Lumads, die Opfer von Menschenrechtsverletzungen wurden, sollte beigestanden werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Vom 18. bis 21. Juni 2018 haben wir eine Aktion durchgef\u00fchrt, zusammen mit der Vereinigten Christlichen Kirche der Philippinen, dem Nationalen Konzil der Philippinischen Kirchen und der l\u00e4ndlichen Mission der Philippinen als Antwort auf einen Hilferuf einer Lumad- Gemeinde, Barangay Saad in der Provinz Zamboanga del Sur, was in meinem Wirkungsbereich liegt. Die Menschen sind dort sehr ver\u00e4ngstigt wegen der Fl\u00e4chenbombardements des 53. Infanterie-Bataillons der Philippinischen Armee vom 29. bis 30. Mai in Barangay Saad und Umgebung. Die Armee glaubte, damit die Neue Volksarmee (NPA) angreifen zu k\u00f6nnen. Dorfbewohner, besonders jene eines entlegenen Gebiets, waren gezwungen, ins Zentrum von Barangay evakuiert zu werden., um ihr Leben zu retten. Unsere Hilfe bestand darin, sie mit Lebensmitteln und Bekleidung zu versorgen. Wir organisierten psychosoziale Hilfe und \u00e4rztliche Versorgung f\u00fcr Kinder und Erwachsene. Wir f\u00fchrten auch Zusammenk\u00fcnfte durch, um \u00fcber die Menschenrechtsverletzungen des Milit\u00e4rs zu sprechen in einem Gebiet, wo das Milit\u00e4r das ganze Dorf abgebrannt hat, um die Menschen zu bedrohen, zu verfolgen und einzusch\u00fcchtern, damit sie zugeben, Mitglieder der Neuen Volksarmee zu sein oder diese zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend unserer Hilfsaktion beobachteten wir, wie Angeh\u00f6rige des Milit\u00e4rs im Gesundheitszentrum von Barangay lagerten. Sie waren ungef\u00e4hr 100 Meter entfernt vom Zentrum von Barangay, wo sich eine Grundschule, eine Versammlungshalle und Wohnungen befinden. Angeh\u00f6rige des Milit\u00e4rs haben w\u00e4hrend einer Versammlung von Evakuierten \u00f6ffentlich behauptet, dass das Dorf aus Mitgliedern der NPA besteht oder diese unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Passend hatten der Ortsvorsteher Jeffrey Senara und andere Ortsvorsteher schon l\u00e4nger Verfolgung, Drohungen und Einsch\u00fcchterungen durch den B\u00fcrgermeister erlebt, weil ihnen eine angebliche Mitgliedschaft in der Neuen Volksarmee vorgeworfen wurde.<\/p>\n<p>Am 17. Februar 2017 \u00fcberlebten Jeffrey und seine Frau Lorna, die beide auch Mitglied einer Lumad- Organisation sind, einen Anschlag durch Sch\u00fcsse von einem Motorrad in der N\u00e4he der Polizeiwache und dem Stadtverwaltungsgeb\u00e4ude. Erst sp\u00e4t wurde medizinische Versorgung geleistet. Jeffrey hatte eine Fleischwunde, aber keine schwere Verletzung. Er wird demn\u00e4chst operiert werden. Lorna \u00fcberlebte eine Schusswunde an ihrer Taille. Ihre Bauchspeicheldr\u00fcse wurde in Mitleidenschaft gezogen und sie leidet seit dem Vorfall unter St\u00f6rungen beim Wasserlassen. Angeh\u00f6rige von Milit\u00e4r und Polizei wurden angehalten, die beiden zu \u00fcberwachen, anstatt dass man sich mit dem Vorfall besch\u00e4ftigte. Die Ermittlungen verlaufen im Schneckentempo und keiner der bekannten Angreifer wurde festgenommen.<\/p>\n<p>Am 23. Juni, zwei Tage nach unserem Hilfseinsatz in Barangay, besuchten mich ein Bataillonskommandeur und ein Milit\u00e4roffizier in meinem B\u00fcro und fragten mich und meine Kollegen, ob wir nicht mit ihnen zusammenarbeiten k\u00f6nnten, uns auf ihre Seite stellen k\u00f6nnten und noch einmal Barangay Saad besuchen k\u00f6nnten, weil sie nicht m\u00f6chten, dass die Bev\u00f6lkerung von Barangay von linken Organisationen beeinflusst wird. Die Ortschaft ist laut Aussage des Bataillonskommandeurs ihr bevorzugtes und spezielles Projekt. Vorher habe ich an jenem Tag eine Nachricht von Jeffrey Senara erhalten, dass sie von einem hohen Offizier der Regierungstruppen aufgefordert wurden, zu erkl\u00e4ren, warum sie meine Gruppe nach Barangay gelassen h\u00e4tten, was wir in Barangay zu suchen gehabt h\u00e4tten und warnten sie davor, mich nicht noch einmal nach Barangay gehen zu lassen oder mir w\u00fcrde etwas Schlimmes passieren.<\/p>\n<p>Gef\u00e4lschte und erzwungene Kapitulation in Barangay Saad:<\/p>\n<p>Im Juli 2019 begannen wir zu begreifen, was der Bataillonskommandeur gemeint hatte mit, Barangay sei ihr bevorzugtes und spezielles Projekt. Angeh\u00f6rige des Milit\u00e4rs starteten eine Von-Haus-zu-Haus-Kampagne f\u00fcr die Dorfbewohner, damit diese Dokumente unterzeichnen, die ihre Kapitulation best\u00e4tigen sollten. Dabei wendeten sie verschiedene Methoden an:<\/p>\n<p>Personen, die nicht lesen konnten, erz\u00e4hlten sie, mit ihren Unterschriften w\u00fcrden sie f\u00fcr in K\u00fcrze folgenden Projekten der Regierung unterschreiben.<\/p>\n<p>Personen, die lesen konnten, wurden eingesch\u00fcchtert, indem ihnen gesagt wurde, man h\u00e4tte sie auf einer Liste mit Namen von Angeh\u00f6rigen der neuen Volksarmee gefunden. Wenn sie bereit w\u00e4ren, zu unterschreiben, w\u00fcrden sie aus der Namensliste gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Jenen, die \u00fcber ihre Grundrechte Bescheid wussten, insbesondere Vorsitzenden von Lumad-Organisationen, drohten sie, dass sie verhaftet w\u00fcrden, weil sie als Anf\u00fchrer der Neuen Volksarmee in ihrer Region registriert seien.<\/p>\n<p>Mit solchen Methoden einher gehen verschiedene Aktivit\u00e4ten, angef\u00fchrt vom Milit\u00e4r und der kommunalen Regierung gegen regierungskritische Organisationen und Kirchen mit Schwerpunkt darauf, die Dorfbewohner zu warnen, sich diesen Organisationen nicht anzuschlie\u00dfen. Sogar Demonstrationen und Mobilisierungen vieler Menschen werden der Neuen Volksarmee und den Kommunisten zugeordnet. Dies fand seinen H\u00f6hepunkt in einem Programm, das als \u201eZusammenkunft f\u00fcr Frieden und Entwicklung\u201c betitelt wurde und am 27. August 2019 stattfand. Dort wurden Dorfbewohner als Besiegte bezeichnet. Ortsvorsteher Jeffrey Senara wurde befohlen, die Flaggen der Neuen Volksarmee, der Kommunistischen Partei und der Nationaldemokratischen Front zu verbrennen, wahrscheinlich um zu beweisen, dass sie keine Angeh\u00f6rigen der Neuen Volksarmee seien. In ihren Propaganda-Nachrichten behauptete das Milit\u00e4r, dass 140 Mitglieder und Unterst\u00fctzer der Neuen Volksarmee in Barangay Saad kapituliert h\u00e4tten. Aber nach Aussage der Dorfbewohner waren nur ungef\u00e4hr 50 bei der Zusammenkunft. 50 von 80 Personen, welche die Dokumente unterschrieben hatten.<\/p>\n<p>Weil es nicht wahr ist und weil es die Dorfbewohner gef\u00e4hrdet, baten mich Senara und seine Ratsmitglieder um Hilfe. Als Antwort darauf brachten wir das Anliegen zum nationalen B\u00fcro der Kommission f\u00fcr Menschenrechte, welches mehrere Delegationen in die Region schickte und Ma\u00dfnahmen einleitete. Sie bereiteten schriftliche Beschwerdeformulare vor f\u00fcr m\u00f6gliche Anklagen gegen das Milit\u00e4r. Daneben wurde auch verschiedenen Menschenrechtsorganisationen, kirchlichen Organisationen und Netzwerken wie das des Mindanao Menschenrechtsgipfels im Juli 2018 in Davao City das Anliegen nahegebracht. Unterst\u00fctzt werden wir von regionalen und nationalen Medien, weil lokale Medien die Vorf\u00e4lle oft nicht so berichten, wie sie sind, was damit zusammenh\u00e4ngt, dass sie lokalen Politikern geh\u00f6ren. Einige Male besuchte auch das Internationale Komitee des Roten Kreuzes die Region. All diese Ereignisse erregten den Zorn des Milit\u00e4rs.<\/p>\n<p>Milit\u00e4rische Absonderung in der Region:<\/p>\n<p>Im September 2018 hat das Konzil von Barangay aufgrund des Drucks des Milit\u00e4rs, eine Resolution herausgegeben, das dem Milit\u00e4r erlaubt, einen St\u00fctzpunkt in Barangay aufzubauen, der aber weit entfernt von den bewohnten Gebieten liegen muss, um die Bev\u00f6lkerung vor Schie\u00dfereien zu sch\u00fctzen und vor m\u00f6glichen Sch\u00e4den an ihrem Leben und an ihrem Besitz.<\/p>\n<p>Kopien der genannten Resolution werden an Kirchen, die Kommission der Menschenrechte, das Innenministerium und die lokale Regierung geschickt, an st\u00e4dtische und provinzielle Regierungen usw. . Aber anstatt sich an die Resolution zu halten hat das Milit\u00e4r seinen St\u00fctzpunkt mitten im Ort, wo Dorfbewohner leben, platziert. Die einzige Begr\u00fcndung, die das Milit\u00e4r daf\u00fcr abgab, lautete: \u00dcber Mindanao ist das Kriegsrecht verh\u00e4ngt worden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem haben sie Ortsvorsteher Senara betrogen, indem sie ihm eine Einverst\u00e4ndniserkl\u00e4rung in englischer Sprache zum Unterschreiben vorgelegt haben. Als Senara, der nicht \u00fcber Englischkenntnisse verf\u00fcgt, fragte, was auf dem Papier st\u00fcnde, sagten die Angeh\u00f6rigen des Milit\u00e4rs, er solle nur unterschreiben, dass er Zeuge der Schenkung eines Bauplatzes f\u00fcr das Milit\u00e4r sei. Nur sie wussten, dass es ein Vertrag zwischen den Regierungstruppen, der lokalen Regierung von Dumingag (die Stadt zu der Barangay geh\u00f6rt), vertreten durch den B\u00fcrgermeister und der lokalen Regierung von Barangay Saad war, vertreten durch Senara. Sie zeigten mir das Dokument w\u00e4hrend einer ihrer Besuche in meinem B\u00fcro. Ich muss dazu sagen, dass die Lumads in Barangay Saad sich entschieden haben, mich \u00f6fters in meinem B\u00fcro zu besuchen, weil sie das Gef\u00fchl haben, dass es f\u00fcr meine Gruppe und f\u00fcr mich nicht mehr l\u00e4nger sicher ist, ihr Dorf zu besuchen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen nicht schweigen:<\/p>\n<p>Ja, wir und ich werden bedroht wegen unserer \u00dcberzeugung, dass die Liebe zu Gott darin besteht, den Menschen zu dienen, indem wir unsere N\u00e4chsten lieben wie uns selbst. Wie Pater Grande, ein Freund von Erzbischof Romero es sagt: \u201eWie kann ich Gott lieben, den ich nicht sehe, wenn ich nicht meinen N\u00e4chsten lieben kann, den ich sehe?\u201c<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir den Menschen dienen werden wir unvoreingenommen gegen\u00fcber den Opfern, den Unterdr\u00fcckten und an den Rand geschobenen. Wir f\u00fchlen wie sie, sprechen ihre Sprache und werden wie sie. Die Regierungstruppen haben in ihren Medien behauptet, dass sechs von zehn Lumads der Neuen Volksarmee angeh\u00f6ren und dass Organisationen wie Promotion of Church People\u00b4s Response (kirchliche Organisation) und BAYAN (Zusammenschluss mehrerer Gewerkschaften und linker Organisationen) und ihre Mitgliedsorganisationen legale Fronten der Neuen Volksarmee sind. Alle, auch ich und alle anderen kirchlich organisierten Menschen werden verd\u00e4chtigt, zur Neuen Volksarmee und ihren legalen Fronten zu geh\u00f6ren. Das ist der Grund, warum sie uns bedrohen, verfolgen und einsch\u00fcchtern, damit wir unsere Aktivit\u00e4ten einstellen und ruhig sind. Aber NEIN, wir und ich k\u00f6nnen nicht schweigen. Ich mag ver\u00e4ngstigt sein, aber ich kann meine Aktivit\u00e4ten f\u00fcr die Menschen nicht aufgeben \u2013 f\u00fcr die Armen, an den Rand gedr\u00e4ngten und Unterdr\u00fcckten.<\/p>\n<p><i>Der Autor Antonio N. Ablon ist Bischof der Di\u00f6zese von Pagadian in der Provinz Zamboanga del Sur in West-Mindanao. Er geh\u00f6rt der Unabh\u00e4ngigen Kirche der Philippinen an und ist Pr\u00e4sident der Bischofskonferenz von Mindanao. Au\u00dferdem ist er Schirmherr der philippinischen Menschenrechtsorganisation KARAPATAN in West-Mindanao.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 8. August 2019 war f\u00fcr meine Ankunft in den Philippinen nach dem Auslandsaufenthalt vorgesehen. 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