Europe Network for Justice and Peace in the Philippines – Call for support

Hier geht zum Aufruf auf deren Website:

Call for support

10 December 2017

On the occasion of the International Human Rights Day, people across Europe view with deep concern the rapid deterioration of the human rights situation in the Philippines.

The news and images from the Philippines speak of brutal state-sponsored killings and repression committed by the Armed Forces of the Philippines, Philippine National Police, paramilitary groups and motorcycle-riding assassins against unarmed civilians and advocates of human rights, social justice, social development and peace – indigenous peoples, poor farmers and landless peasants, urban poor, environment activists, human rights defenders, journalists and religious leaders.

  • Last week, 03 December, units of the Philippine Army and Philippine Marines shot and killed eight farmers and injured two others in the town of Lake Sebu, South Cotabato province in southern Philippines. The victims were part of a group of indigenous farmer families asserting their ancestral claims against the DMCI corporation, which displaced them to use the lands to plant coffee for Nestlé.
  • On the same day, elements of the Philippine National Police shot and killed Lovelito Quiñones, a pastor of the Kings Glory Ministry, in Mansalay town, Oriental Mindoro, in central Philippines. The police alleged that Pastor Lovelito was a member of the New People’s Army. Witnesses claim that the pastor was unarmed and police planted a handgun near the victim’s body. A paraffin test on the victim’s body confirmed that the pastor never fired a gun.
  • Two days later, on 05 December, motorcycle-riding assassins shot and killed Fr. Tito Paez, provincial coordinator of the Rural Missionaries of the Philippines. Earlier that day, Fr. Tito assisted in facilitating the release of political prisoner Rommel Tucay.

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Junge Welt – Rainer Werning – Zurück auf dem Kriegspfad

Tageszeitung junge Welt / Berlin

Gegründet 1947 – Sa. / So., 23. / 24. Dezember 2017, Nr. 296

Ausgabe vom 23.12.2017

Seite 7 / Ausland

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Der philippinische Präsident Rodrigo R. Duterte und die radikale Linke: Erst hofiert, dann düpiert

Von Rainer Werning

Mit der Waffe gegen die Unterdrückung: Ein Mitglied der KP der Philippinen

Foto: Erik de Castro/REUTERS

Der seit Ende Juni 2016 amtierende Präsident der Philippinen, Rodrigo R. Duterte, ist stets für eine Überraschung gut. Am Montag vergangener Woche (11. Dezember) erbat Duterte vom Kongress eine einjährige Verlängerung des seit Ende Mai im gesamten Süden des Landes geltenden Kriegsrechts. Bereits zwei Tage später wurde seiner Bitte entsprochen: 226 Mitglieder des Repräsentantenhauses und 14 Senatoren nickten den Wunsch des Präsidenten ab, während die Neinstimmen mit 23 beziehungsweise vier kläglich ausfielen. Es ist nicht nur die Legislative, die Duterte geschlossen auf seiner Seite weiß. Es sind Bestrebungen im Gange, auch den Obersten Gerichtshof stramm auf Linie zu bringen. Die angesehene Kolumnistin Solita Collas-Monsod schloss ihren am 16. Dezember im Philippine Daily Inquirer publizierten Beitrag mit der spitzen Bemerkung: »Seien Sie gewarnt. Der Tod unserer Demokratie rückt näher. Ein konstitutioneller Autoritarismus steht uns bevor. Kämpft!« Die Streitkräfte und die Nationalpolizei werden aufgewertet und erhalten ab Neujahr eine beträchtliche Solderhöhung: Bislang Stützpfeiler im »Antidrogenkampf«, sollen sie von nun an verstärkt im »Kampf gegen den kommunistischen Terrorismus« eingesetzt werden.

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Rainer Werning – Philippinen: 15 Monate Dutertismo

Annäherungen an ein philippinisches Phänomen

Von Rainer Werning

Vorbemerkung

Der seit Ende Juni 2016 amtierende 16. Präsident der Philippinen, Rodrigo R. Duterte, polarisiert die Gesellschaft des Inselstaates wie kein Politiker vor ihm. Für seine Anhänger ist „Rody“ oder „Digong“, wie er von ihnen liebevoll genannt wird, ein „langersehnter Messias“. Seine Gegner und Kritiker sehen in ihm indes einen mit hoher krimineller Energie aufgeladenen „Macho-Haudegen“ oder einen „Soziopathen“.

Den Politikstil des Präsidenten bezeichne ich als Dutertismo, der sich wie folgt charakterisieren lässt: Es ist dies ein Politikstil, der sich durch bizarres Mäandrieren zwischen populistischem, mitunter finster reaktionärem Poltern und links drapiertem Habitus auszeichnet. Inszeniert wird diese Pendelpolitik gemäß knallhartem Machtkalkül oder sie geschieht in impulsivem Stakkato.

Entstehung und Ausprägung des Dutertismo

Gedeihen konnte der Dutertismo im Klima von Zerstörung und Gewalt in Südostasiens ältester Konfliktregion – Mindanao und der Sulu-See – sowie im Ausgang einer vor drei Jahrzehnten zelebrierten „Revolution“, die sich letztlich als Machtrochade entpuppte.

Ende Februar 1986 fand die Herrschaft von Ferdinand E. Marcos (1965-86) und seiner Klientel im Zuge der national wie international überschwänglich gefeierten „People Power“ zwar ein Ende. Doch in den Präsidentenpalast Malacañang zog als dessen Nachfolgerin mit Corazon C. Aquino ein Spross der landesweit mächtigsten Clans und Feudaldynastien ein. In den Sattel gehoben von den vormaligen Korsettstangen des Marcos-Regimes: Fidel V. Ramos, langjährig Chef der gefürchteten Philippine Constabulary-Integrated National Police, der Vorläuferin der heutigen Philippinischen Nationalpolizei (PNP), und Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile.

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NachDenkSeiten – Rainer Werning – 15 Monate Dutertismo

15 Monate Dutertismo – Annäherungen an ein philippinisches Phänomen

http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=40495

Von Rainer Werning

Vorbemerkung

Der seit Ende Juni 2016 amtierende 16. Präsident der Philippinen, Rodrigo R. Duterte, polarisiert die Gesellschaft des Inselstaates wie kein Politiker vor ihm. Für seine Anhänger ist „Rody“ oder „Digong“, wie er von ihnen liebevoll genannt wird, ein „langersehnter Messias“. Seine Gegner und Kritiker sehen in ihm indes einen mit hoher krimineller Energie aufgeladenen „Macho-Haudegen“ oder einen „Soziopathen“.

Den Politikstil des Präsidenten bezeichne ich als Dutertismo, der sich wie folgt charakterisieren lässt: Es ist dies ein Politikstil, der sich durch bizarres Mäandrieren zwischen populistischem, mitunter finster reaktionärem Poltern und links drapiertem Habitus auszeichnet. Inszeniert wird diese Pendelpolitik gemäß knallhartem Machtkalkül oder sie geschieht in impulsivem Stakkato.

Entstehung und Ausprägung des Dutertismo

Gedeihen konnte der Dutertismo im Klima von Zerstörung und Gewalt in Südostasiens ältester Konfliktregion – Mindanao und der Sulu-See – sowie im Ausgang einer vor drei Jahrzehnten zelebrierten „Revolution“, die sich letztlich als Machtrochade entpuppte.

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