Junge Welt – Rainer Werning – Erst mal aufräumen.

Tageszeitung junge Welt / Berlin
Gegründet 1947 – Freitag, 3. Februar 2017, Nr. 28
Ausgabe vom 03.02.2017, Seite 6 / Ausland
https://www.jungewelt.de/2017/02-03/026.php

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Philippinen: Präsident Duterte hat mit »Antidrogenkampf« Monster entfesselt.
Konflikt im Süden dauert an
Von Rainer Werning

 Opfer des »Kriegs gegen Drogen«: Beerdigung eines von Unbekannten erschossenen Mannes in Manila (31.1.2017) – Foto: Romeo Ranoco/Reuters

Überschwenglich war die Euphorie, als mit Rodrigo R. Duterte am 30. Juni vergangenen Jahres der 16. Präsident der Philippinen vereidigt wurde.

Sein zentrales Wahlversprechen war der entschlossene »Krieg gegen Drogen, Verbrechen und Korruption«. Nach nur siebenmonatiger Amtszeit steht fest, dass Duterte davon nichts einzuhalten vermochte. Innerhalb von drei, spätestens aber sechs Monaten hatte der damals frisch gekürte Präsident erklärt, werde er des grassierenden Drogenproblems Herr werden. Als »Jagdhunde« setzte er ausgerechnet auf jene Institution, die seit langem als ebenso brutal wie korrupt gilt: die Philippinische Nationalpolizei (PNP). Deren Generaldirektor, Duterte-Intimus Ronald dela Rosa, von seinen Bewunderern »Bato« (Fels) genannt, musste Ende Januar gemeinsam mit seinem Staatschef eingestehen, dass nun statt des »Krieges gegen Drogen« zuvörderst ein »Krieg gegen das Gesindel in den PNP-Rängen« geführt werde. Dela Rosa bot bereits zweimal seinen Rücktritt an, was Duterte aber zurückwies.

Bis Ende Januar hat der »Krieg gegen Drogen« landesweit mehr als 7.000 Todesopfer gefordert – niedergestreckt von PNP-Angehörigen, von geduldeten Bürgerwehren oder von Mitgliedern rivalisierender Drogenbanden. Dabei gingen Polizisten soweit, auf zwielichtige Gestalten der kriminellen Unterwelt als Subunternehmer ihres staatlichen Auftrags zurückzugreifen und diesen pro Auftragsmord 5.000 Peso (etwa 100 Euro) zu zahlen. Diese und andere schäbige Praktiken hat Amnesty International in dem am Mittwoch vorgestellten Bericht »Wenn du arm bist, wirst du getötet« zu den außergerichtlichen Hinrichtungen in den Philippinen aufgelistet.
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Junge Welt – Rainer Werning – Auf dem Friedenspfad

https://www.jungewelt.de/2017/01-30/033.php?sstr=regio%7Cphilippinen

Tageszeitung junge Welt / Berlin

Gegründet 1947 * Ausgabe vom 30.01.2017 * Seite 7 / Ausland

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Philippinische Regierung und Linksbündnis NDFP gehen nach jahrelangem Konflikt aufeinander zu

 Von Rainer Werning

 Hand drauf: José Maria Sison vom Linksbündnis NDFP (links) und die philippinischen Regierungsvertreter (rechts) haben sich in Rom weiter angenähert (19.1.2017)

Foto: Andrew Medichini/AP Photo

 

Eine optimistische Grundstimmung und ein intensives Arbeitspensum

bestimmten die vergangene Woche beendete dritte offizielle

Verhandlungsrunde zwischen Vertretern der philippinischen Regierung und

Vertretern des im politischen Untergrund operierenden Linksbündnisses

der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP). Beide Seiten

hatten sich darauf verständigt, die seit Sommer vergangenen Jahres wieder aufgenommenen Friedensverhandlungen dieses Mal mit Hilfe der italienischen Regierung vom 19. bis zum 25. Januar in Rom abzuhalten. Als eigentlicher Mediator fungiert seit dem Jahre 2001 das norwegische Außenministerium, das bisherige Treffen zwischen den beiden Seiten, die sich seit Ende der 1960er Jahre befehden, unter seiner Schirmherrschaft in Oslo ausgerichtet hatte.

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Die Organisation der städtischen Armut, Kadamay – Reisetagebuch von Stefanie – 2016

Im Rahmen unserer Philippinenreise gab es einen Vortrag über die Organisation Kadamay.

Das Büro der Organisation, welche Mitglied im Gewerkschaftsdachverband KMU ist, befindet sich in Payatas, einer Siedlung der „urban poor“ in Manila.

Vor den winzigen Häusern und Läden spielen einige Kinder. Unser Gastgeber hat seine beiden kleinen Söhne bei sich. Wir schenken dem etwa dreijährigen, älteren Jungen ein leeres Notizbuch, in dem er sogleich mit Begeisterung herum kritzelt.

In dem Raum, in dem wir uns treffen, steht ein Gemälde, das Nanay Mameng abbildet, eine Lehrerin, die sich für die in Payatas lebenden Kinder engagiert hat. Sie ist heute 87 Jahre alt. In der Nähe von Payatas befand sich eine Müllhalde, dessen Spitze im Jahr 2000 durch lang anhaltende Regenfälle abgebrochen ist und einen Teil des Viertels unter sich begraben hat. Zwei Drittel der Kinder aus Nanay Mamengs Klasse kamen bei dem Unglück ums Leben.

Kadamay verkauft T-Shirts, welche ein Portrait der Lehrerin abbilden.

 

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Der Frauenverband Gabriela – Reisetagebuch von Stefanie 2016

 

Die Philippinische Gesellschaft:

Die Philippinen sind ein reiches Land, aber die Bevölkerung ist arm.

Die Wirtschaft ist exportorientiert und importabhängig. Der größte Teil und der Ressourcen gehört Großgrundbesitzern (Landlords) und internationalen Konzernen. Die Regierung, geführt von bürokratischen Kapitalisten und Landlords, unterstützt nur die Reichen und betreibt „Kuhhandel“ mit ausländischen Mächten wie den USA.

Die dominierende feudal-patriarchalische Kultur stellt die Frauen auf einen Sockel, aber behandelt sie als Sexobjekte und als Ware.

Dieses wird von der konservativen Kirche, dem Bildungssystem und den Medien unterstützt.

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