Brutale antikommunistisch motivierte Morde in Lianga (Philippinen)

Photo Courtesy von Karapatan Caraga, veröffentlicht im online-Magazin Bulatlat vom 17.06.21

Heidelberg, Deutsch-Philippinische Freunde e.V.: Am 15. Juni 2021 schossen Soldaten der 3. Spezialstreitkräfte der philippinischen Armee auf eine Gruppe von Farmer/innen. Willy Rodriguez, Lenie Rivas, Mitglieder der fortschrittlichen Organisation der indigenen Lumad , Mapasu, sowie die 12-jährige Angel Rivas wurden dabei getötet. Drei weitere konnten flüchten. Bei den beiden Frauen bzw. Mädchen wurden Verletzungen im Vaginalbereich festgestellt, was die Annahme rechtfertigt, dass die Soldaten sie vor ihrem Tod noch vergewaltigt haben. Laut Aussagen des fortschrittlichen Frauendachverbandes Gabriela entspricht das auch der Anordnung des faschistischen Präsident Duterte, weibliche Rebellinnen in die Vagina zu schießen. Die Soldaten brachten die Leichname zum militärischen Brigade-Hauptquartier in St. Christine, Lianga und präsentierten sie als „Mitglieder der Neuen Volksarmee“, um ihr Vorgehen nachträglich zu rechtfertigen. Gabriela forderte, dass der Herrschaft des „macho-feudalistischen Duterte“ ein Ende bereitet wird. Sandugo, der fortschrittliche Zusammenschluss der Moros und indigenen Völker für Selbstbestimmung begrüßten den vor kurzem bekannt gewordenen Beschluss des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag, die systematischen Tötungen unter der Duterte-Administration zu untersuchen und brachten ihre damit verbundene Hoffnung nach Wahrheit und Gerechtigkeit zum Ausdruck.

(Quelle: Bulatlat.com vom 17.06.2021)

Erneut Opfer des antikommunistischen Terrors in den Philippinen

Bildnachweis:Luna Tan als politischer Häftling, Karapatan Central Visayas photo. abgedruckt in Bulatlat vom 30.05.2021

Bildnachweis:Luna Tan als politischer Häftling, Karapatan Central Visayas photo. abgedruckt in Bulatlat vom 30.05.2021

Heidelberg, den 04.06.2021:

Nach dem vorläufigen Höhepunkt des Blutsonntags am 07.03.21 mit insgesamt 9 Todesopfern und 8 Festnahmen, gibt es inzwischen mit Freitag, dem 28. Mai auch einen Blutfreitag, wie er von unseren philippinischen Freunde/innen treffend bezeichnet wird. An diesem Tag wurde in der Stadt Iloilo auf der Insel Camotes der 80-jährige Friedensberater der NDFP, Luna Tan (früherer katholischer Priester) im Schlaf durch Schüsse ins Gesicht und auf seinen Torso brutal von bisher unbekannten Täter hingerichtet. Tan war bereits 2017 von der Polizei festgenommen und in der Stadt Tagbilaran inhaftiert worden. Die Anklage auf 14-fachen Mord, war 2019 von einem regionalen Gerichtshof verworfen worden. 2020 wurde er erneut wegen Mordanklagen in der Stadt Bacolod auf der Insel Negros Occidental verhaftet. Im März 2020 musste auch diese Anklage fallen gelassen werden. 1989 war er mit 14 anderen Personen von den Visayas gefangen genommen und im Gefängniszentrum Bagong Diwa in der Stadt Taguig wegen angeblich illegalen Besitzes von Waffen und wegen Rebellion inhaftiert worden. Das musste ebenfalls fallen gelassen werden.

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Die selbstorganisierte (Arbeiter-)-Gemeinschaftsküchenbewegung als gegenseitige Selbsthilfe und Form des Widerstandes gegen das gescheiterte Corona-Krisenmanagement der Duterte-Regierung

Heidelberg, den 26.05.2021 (Korrespondenz)

In den Philippinen besteht weiterhin der längste Lockdown weltweit, der zudem mit militaristischen Mitteln rigoros durchgesetzt wird. Die ökonomischen Folgen: Schließung von Kleinst-, Klein- und Mittelbetrieben, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung steigen rapide an. 428701 Beschäftigte wurden in der der Zeit von Januar bis Dezember 2020 in 26.000 Betrieben wegen der Pandemie auf die Straße gesetzt.

Vielen Menschen, insbesondere der städtischen Armut, dem sog. Informellen Sektor wird die Existenzgrundlage entzogen. Die von der Duterte-Regierung vollmundig versprochenen Hilfen bleiben entweder aus oder verzögern sich bzw. sind viel zu niedrig. Philippinische Freunde/innen kennzeichnen das treffend als „kriminelle Vernachlässigung“.

Doch die Menschen, insbesondere die politisch bewussten, nehmen das nicht fatalistisch hin. Sie stellen weiterhin klare Forderungen wie nach einer Corona-Soforthilfe, Erschwerniszulagen für die Gesundheitsbeschäftigten usw. und überall im Land entstehen sog. Gemeinde-Küchen (Stand am 24.04.21: 300!).

Ein Beispiel dafür ist die Stadt Manila. Dort wurde von den Arbeiter/innen das nationale Büro des kämpferischen Gewerkschaftsdachverbandes KMU in ein Organisationszentrum verwandelt. Die gesammelten Nahrungsmittelspenden werden dort sortiert, verpackt und an die entsprechenden Stadtteile ausgeliefert. Dort werden sie dann an aufgebauten Ständen der notleidenden Bevölkerung übergeben, die sich dazu mit entsprechendem Abstand und Masken diszipliniert anstellen.

Dabei wird auch deutlich gemacht, dass diese Gemeindeküchen eine umfassende staatliche Hilfe nicht ersetzen können und dass das von der Bevölkerung durchgesetzt werden muss. Es ist daher kein Wunder, dass diese Bewegung inzwischen antikommunistisch attackiert bzw. schikaniert werden.

Organisatoren/innen werden raus gegriffen, ihre Personalien aufgenommen, zeitweise muss der Betrieb eingestellt werden etc., doch die Menschen lassen sich davon nicht einschüchtern. Die staatlichen Repressionsmaßnahmen werden an die Öffentlichkeit gebracht und angeklagt.

ICHRP: Dringender Offener Brief an den Obersten Gerichtshof und das Justizministerium der Philippinen

Unterzeichnet auch von den Deutsch-Philippinischen Freunden und mehr als 30 weiteren Unterzeichnern/Initiativen:

Sehr geehrter Herr Oberrichter Gesmundo und Herr Minister Guevarra:

Wir grüßen Sie in Frieden!

Wir, die unterzeichnenden zivilgesellschaftlichen, religiösen Organisationen und Einzelpersonen, schreiben Ihnen, um unsere tiefe und dringende Besorgnis über die jüngsten außergerichtlichen Tötungen, gerichtlichen Schikanen, willkürlichen Verhaftungen und Inhaftierungen und Drohungen durch „red-tagging“ [Brandmarkung als vermeintliche Kommunisten] gegen Menschenrechtsverteidiger, einschließlich Karapatan-Menschenrechtsaktivisten, Menschenrechtsanwälten, Gewerkschaftern und Gewerkschaften des öffentlichen Sektors sowie Organisatoren von Gemeinschaftsspeisungen in den Philippinen auszudrücken.

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ICHRP: Justice for Filipino political prisoner Joseph Canlas!

ead the statement here: https://ichrp.net/justice-for-filipino-political-prisoner-joseph-canlas/

The International Coalition for Human Rights in the Philippines (ICHRP) joins the Filipino and international communities in grieving the death of political prisoner Joseph Canlas, 59, who passed away this Tuesday, May 11, in an Intensive Care Unit in San Fernando, Pampanga, the Philippines. He had been admitted to the hospital on May 7 due to difficulty breathing, and had subsequently tested positive for COVID-19.

Canlas was a long-standing peasant leader, and was serving as the Vice Chairperson of Kilusang Magbubukid ng Pilipinas (Peasant Movement of the Philippines) at the time of his death. He was also the Chairperson of Alyansa ng mga Magbubukid sa Gitnang Luson (Peasants’ Alliance of Central Luzon). Canlas was among those arrested pre-dawn on March 30 in a series of coordinated police and military operations against activists. The arrested peasant leader had asserted that the guns, ammunition, explosives, and other so-called evidence seized during the raids had been planted against him. On April 15, Canlas was moved to Angeles City Jail, Pampanga, where he was detained until he ultimately contracted the COVID-19 virus.

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