Bericht von Bischof Antonio Ablon, West-Mindanao, Philippinen

Der 8. August 2019 war für meine Ankunft in den Philippinen nach dem Auslandsaufenthalt vorgesehen. Gegen 17 Uhr 20 stürmten drei Polizisten, angeführt von einem gewissen Alvin Saguban, der sich als Leiter der Pagadian City Polizei ausgab, in die Räumlichkeiten der Kathedrale von Pagadian. Sie öffneten die Eingangstür und traten ein, als ob ihnen das Gebäude gehören würde. Saguban fragte, wer der Vorsitzende der Kirche sei und wo dieser zu finden sei. Einer der drei machte Photos von den beiden anwesenden Pfarrern, von den Räumen auf dem Grundstück, der Kirche und der Frontalansicht vom Büro. Sie machten auch ein Photo von meinem Gesicht, das auf einem Plakat, das eine Veranstaltung ankündigte, zu sehen war. Sie zeigten darauf und fragten, ob das der Bischof sei. Als der Diakon fragte, was der Zweck ihres Kommens sei, sagte Saguban: „Sie haben einen Haftbefehl“. Später sagte er, dass das nur ein Witz gewesen sei. Er fragte den Diakon auch, ob der andere Diakon Angst hätte, wenn er einem Polizeioffizier begegnet und was er empfinden würde, wenn er an der Seite von jemandem wäre, der der Neuen Volksarmee angehört. Die Photos, die wir hier zeigen, sind nach Aussage der beiden Diakone Photos, auf denen sie den Polizeioffizier Saguban identifizieren konnten. Die Sicherheitskamera hat Photos vom Polizeiauto aufgenommen. Später erfuhren wir, dass Alvin Saguban in der Tat Polizeichef der Polizei von Pagadian ist.

Warum passiert so etwas?

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Tagebuch von Ella-Miguela Peniero Rejano

  1. Januar 2019:

Meine liebe Freundin Julia und alle Deutsch-Philippinischen Freunde. Hallo, euch allen! Ich hoffe, ihr habt jeden Tag eine gute Ausdauer und Gesundheit für gute Arbeit! Vor all den vielen anderen Themen möchte ich mich bei dir und allen Deutsch-Philippinischen Freunden bedanken für eure Unterstützung und für den Abdruck meines Briefes mit Bild in eurem Rundbrief. Was gibt es über mein Highschool-Leben zu schreiben?

Ich versuche es, trotz vieler Projekte, Hausaufgaben und finanzieller Probleme. Im Oktober werde ich das zweite Studienjahr abschließen und natürlich bestehe ich alle Fächer.

Jetzt aber bin ich immer noch im ersten Studienjahr. Der Grund ist, wenig Zeit zum Lernen wegen meiner Arbeit. Ich habe sie am 29. Oktober begonnen und sie dauert den ganzen Tag. Von Montag bis Freitag bin ich für drei Stunden in der Schule. Von 8.30 Uhr bis 11.30 Uhr jeden Vormittag. Von sechs bis acht Uhr morgens und von 12 Uhr bis 18 Uhr arbeite ich. Samstags und sonntags arbeite ich den ganzen Tag, von fünf Uhr morgens bis 18 Uhr abends. Hauptsächlich habe ich im Getränkeverkauf vom Gefängniscafé gearbeitet, seit dem 29. Oktober, im November und Dezember bis Weihnachten.

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Zum Tod der früheren philippinischen Umweltministerin Gina Lopez

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Zum Tod der früheren philippinischen Umweltministerin Gina Lopez

(Versuch eines Nachrufes)

Am 19.08.19 verstarb die frühere Umweltministerin Gina Lopez an multiplem Organversagen im Alter von nur 65 Jahren. Es handelte sich dabei um Spätfolgen eines Gehirntumors, an dem sie vor ein paar Jahren erkrankt war und den sie zunächst überlebt hatte.

Gina L. stammte aus einer der reichsten Familien in den Philippinen. Sie führte zunächst ein privilegiertes Leben in Manila. Dann wurde sie eine sog. Yoga-Missionarin und lebte 20 Jahre in Portugal, Indien und Afrika. In Afrika wohnte sie in den Slumgebieten. Diese Zeit hat wahrscheinlich ihr soziales und politisches Bewusstsein entscheidend  geprägt. Nach ihrer Rückkehr in die Philippinen startete sie sog. Soziale Verantwortungsprogramme für die Umwelt und die philippinischen Gemeinden. Sie wurde Direktorin von ABS-CNN. Sie initiierte das Bantay Bata 163, die erste medienbasierte Hotline auf dem Archipel. Frau Lopez gründete Bantay Kalikasan und bekam dafür den internationalen Preis für Exzellenz im Umweltschutz im Jahr 2009. Sie initiierte auch ein Rehabilitationsprogramm für den stark verschmutzten Fluss Pasig. Ebenso war sie verantwortlich für die Wiederaufforstung der La Mesa-Wasserscheide-Reservation, um nur einige ihrer wichtigen Projekte zu nennen. Dafür bekam sie fünf wichtige internationale bzw. nationale Auszeichnungen bzw. Preise.

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Widerstand gegen das ROTC*-Gesetz

Bei diesem Gesetz handelt es sich neben der geplanten Absenkung des Strafmündigkeitsalters und der Todesstrafe bei Drogenvergehen um eines der umstrittensten Gesetzesvorhaben.

Bereits kurz nach den Wahlen am 13. Mai 2019 wurde am 20. Mai dieses Gesetz in 3. Lesung im Unterhaus verabschiedet. Es verfolgt den Zweck, die Hochschulen zu militarisieren. Unter dem Deckmantel „der Förderung von Patriotismus und Liebe zum Land“ werden die Studenten/innen zu militärischen Übungen verpflichtet und in einem militaristischen Geist erzogen.

Hier der Artikel als PDF Datei: Widerstand gegen das ROTCa

Bericht vom ersten Treffen der International Womens´ Alliance (IWA) am 1.6.19 in Köln

Wir waren drei in den Niederlanden lebende Frauen aus der philippinischen Frauenbewegung, zwei Frauen, die sich in einer kurdischen Organisation engagierten, eine Frau von Solidarität International und ich als Vertreterin der DPF.

Zunächst hielt Coni Ledesma einen Vortrag über die Geschichte der IWA: Die IWA wurde 2010 in Montreal (Kanada) von der philippinischen Frauenorganisation GABRIELA und einer kurdischen Frauenorganisation gegründet. Sie ist Teil der internationalistischen Organisation ILPS mit insgesamt 18 Organisationen und versteht sich als ebenfalls internationalistisch und anti-imperialistisch. Mitglieder der IWA sind sowohl Bewegungen als auch Einzelfrauen aus allen Kontinenten, bisher außer Afrika. Die IWA spricht sich gegen jegliche Diskriminierung von Frauen aus, unterstützt Bewegungen auf lokaler Ebene und andere Frauengruppen, z.B. eine Frauengruppe gegen Bergbau in Ecuador.

Wir haben diskutiert, mit welchen Inhalten wir uns bei IWA Europa beschäftigen. Eine erste Idee war eine Kritik an einer von Heiko Maas gestartete Kampagne, in der er sich für den Schutz von Frauen in Kriegsgebieten ausspricht. Wir finden das heuchlerisch, da er andererseits für Waffenlieferungen in Kriegsgebiete verantwortlich ist und nicht bereit ist, sich für flüchtende Frauen wie Yolande Fleur einzusetzen.

Mehr Informationen: https://iwa2010.org

Menschenrechtsverletzungen gegen AktivistInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen auf der Insel Negros

Salvador Romero, 42, ehemaliger Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Karapatan wurde am 7. Juli 2019 in Manuyod auf der Insel Negros erschossen. Er ist das jüngste Opfer einer Welle politischer Morde (250 seit Dutertes Amtsantritt 2016) auf der Insel.

Neu ist bei diesen Morden, dass sie im Rahmen eintägiger Großoperationen der Sicherheitskräfte erfolgen. Wahlweise werden sie unter dem Vorwand des Anti-Drogen-Kampfes, des Kampfes gegen illegale Waffen oder der Aufstandsbekämpfung durchgeführt und richten sich vor allem gegen AktivistInnen. Die Morde werden damit legitimisiert, dass sich die Opfer angeblich bei der Festnahme mit Gewalt widersetzt haben. In einigen Fällen wie dem Massaker an LandarbeiterInnen in Sagay oder der Ermordung des Menschenrechtsanwalts Benjamin Ramos werden die Opfer und die Überlebenden für die Morde verantwortlich gemacht. Im Fall des Massakers von Sagay klagten Polizei und Militär zwei Mitglieder der Nationalen Föderation von ZuckerrohrarbeiterInnen (NFSW) an. Im Fall von Ramos wurde sein Tod mit einem Streit um Spielschulden erklärt.

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